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WasserEisenLand

starstarstar 12.12.2012
Flash ist Pflicht!

Mit dem Regionale-Projekt „WasserEisenLand“ begibt sich Südwestfalen auf eine Zeitreise durch die eigene Industriegeschichte. Vor über 3000 Jahren wurden in Soest Bronzebeile gegossen, 500 Jahre später schmolzen die Kelten Eisen im Siegerland und ab dem 10. Jahrhundert stieg die gesamte Region zu einem Zentrum des Metallgewerbes auf und blieb dies bis heute. „WasserEisenLand“ macht die Industriekultur Südwestfalens erlebbar. Das Projekt wurde mit dem 3. Stern der Regionale 2013 ausgezeichnet und erhält somit grünes Licht für die Umsetzung.

Ob Technikdenkmäler, Museen, Bergwerke, Hohlwege oder Hauberge – in Südwestfalen gibt es noch viele industriegeschichtliche Zeugnisse. „Der WasserEisenLand e.V. vernetzt die Industriemuseen und Technikdenkmäler Südwestfalens und rückt sie so ins Blickfeld. Er unterstützt deren Träger – oft ehrenamtlich agierende Vereine, aber auch Kommunen und Kreise – bei der kulturtouristischen Vermarktung und inhaltlichen Weiterentwicklung dieser Orte“, sagt Stephan Sensen, Vorsitzender des Netzwerks.

Im Rahmen der Regionale 2013 will der Verein das im Märkischen Sauerland bereits erfolgreich laufende Vorhaben auf ganz Südwestfalen ausdehnen. Mittlerweile sind mehr als 500 Denkmäler und Museen Teil des Projekts. 45 herausragende Orte werden kulturtouristisch vermarktet, so zum Beispiel das Südwestfälische Eisenbahnmuseum in Siegen, der Siciliaschacht in Lennestadt-Meggen, die Luisenhütte Wocklum in Balve, das Besucherbergwerk Bestwig-Ramsbeck und die Staumauer des Möhnesees im Kreis Soest.

Neben Kommunikationsmitteln wie einem Internetportal, Broschüren, Kartenmaterial, einem Taschenbuch sowie der Beschilderung wichtiger Standorte ist als zentrale Maßnahme die „Südwestfälische Eisenstraße“ in Arbeit: Im 17. Jahrhundert entwickelte sich im Sieger- und Sauerland eine arbeitsteilige Wirtschaftsstruktur – vom Erzabbau über das Verhütten, Schmieden und Drahtziehen bis hin zur Produktion für den Endverbraucher. Die enge wirtschaftliche Verknüpfung, über religiöse und territorialgeschichtliche Grenzen hinweg, wird mit der Eisenstraße wieder erlebbar. Mit Hilfe eines Forscherteams aus Archäologen und Historikern sind die Transportwege bereits rekonstruiert worden. Aus dem historischen Streckennetz soll jetzt eine moderne Kulturroute mit Museen, Denkmälern und Themenwanderwegen entstehen.

100.000 Euro hat das Land NRW bereits in die Weiterentwicklung des Projektes WasserEisenLand investiert. „Das zeigt die Bedeutung des Vorhabens. Es kann den bislang eher einseitig durch das Ruhrgebiet geprägten Blick auf das Thema Industriekultur verändern und der Region Südwestfalen zu einem unverwechselbaren Image verhelfen“, sagt Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur.

Unter dem „Dach“ von WasserEisenLand werden im Zuge der Regionale 2013 zudem beispielhaft drei Standorte ausgebaut und inhaltlich neu ausgerichtet. Diese Unterprojekte werden separat entwickelt und durch die Regionale ausgezeichnet. Auch hier bedarf es dreier Sterne, ehe die Vorhaben umgesetzt werden können. 

  • Maschinen- und Heimatmuseum Eslohe (heute mit 2. Stern ausgezeichnet): Das Museum soll um einen Technik-Spielplatz erweitert werden, der jungen Menschen die Potentiale und Anforderungen der Wasserkraft sowie von Wind- und Solarenergie  aufzeigt und erlebbar macht.
  • Industriemuseum Schmelzhütte Plettenberg (heute mit 2. Stern ausgezeichnet): Eine ehemalige Gesenkschmiede soll künftig als Museum genutzt werden. Das Gebäude besteht aus einer Schmiedehalle aus dem 19. Jahrhundert und einer Bearbeitungshalle aus den 1970er-Jahren. Ein Vorführbetrieb ist ebenso geplant wie Ausstellungsstücke und Informationen, die die Bedeutung des Handwerks für Plettenberg und Umgebung veranschaulichen.
  • Technikmuseum Freudenberg (am 20. Juli 2011 mit 2. Stern ausgezeichnet): Das Technikmuseum soll inhaltlich erweitert und neu strukturiert werden, um künftig auch als außerschulischer Lernort attraktiver zu werden. Geplant ist unter anderem ein Anbau über zwei Etagen, so dass ausreichend Platz für thematische Ausstellungen und Kulturveranstaltungen besteht.


„WasserEisenLand als Gesamtprojekt sowie die Bausteine in Eslohe, Plettenberg und Freudenberg schaffen neue Möglichkeiten, die lange industrielle Geschichte der Region zu erleben und zu erfahren. Es ist nicht nur eine Zeitreise in die Vergangenheit, sondern es werden auch Verknüpfungen zu den heute erfolgreichen Industrieunternehmen der Region geschaffen“, sagt Martin Müller, Projektmanager der Südwestfalen Agentur.

Investitionssumme: 353.000 Euro für das Dachprojekt, davon 269.000 Euro durch Fördermittel (Städtebau und Regionale Kulturpolitik). Für die Bausteine Eslohe, Plettenberg und Freudenberg werden separate Fördermittel beantragt.   

Nachrichten zum Projekt:

Südwestfälische Industriekultur auf einen Blick (14.05.2013)

Technikmuseum Freudenberg: Architektur-Wettbewerb gestartet (3.3.2011)

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