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Studierende aus Wien wagen das Experiment „Expeditionsreise“
Busbahnhof Iserlohn, Dienstagmorgen, vier Studierende aus Wien: Es ist ihr zweiter Tag in Südwestfalen, einer ihnen „weitgehend unbekannten Region“. Das Reiseziel: über Altena, Lüdenscheid und Meinerzhagen nach Olpe, alles ausschließlich per Bus und Bahn. Ihre Aufgabe: Ankommen! Aber auch die auf der Route liegenden Regionale-Projekte unter die Lupe nehmen.
Niklaas Baudet von Gersdorff, Stefan Groh, Elisabeth Kerkhoff und Gordon Kriwanek sind im Auftrag der Südwestfalen Agentur unterwegs – oder besser gesagt waren. Denn die vier Raumplanungs-Studenten der Technischen Universität Wien haben das Reiseziel erreicht und Erfahrungen und Eindrücke in Text und Bild festgehalten. Vier Tage Südwestfalen, sieben besuchte Projekte: zum Beispiel die „Denkfabrik Lüdenscheid“, der geplante Burgaufzug in Altena und das „Naturerlebnisgebiet Bigge-/Listersee“. „Es war zu beobachten, dass die Regionale-Projekte ein Wir-Gefühl schaffen. Nicht nur zwischen einzelnen Unternehmen und Hochschulen, sondern auch zwischen Kommunen. Dennoch bleibt Südwestfalen ein Arbeitsbegriff: Auch in Zukunft werden die Menschen hier ihre Heimat im Sauerland, Siegerland oder in einer konkreten Stadt sehen“, schildert Stefan Groh seine Eindrücke.
Das gesamte Reisetagebuch der vier Studierenden findet sich in dem neuen Buch „Südwestfalen-Kompass 4.0“ – zusammen mit anderen Erfahrungsberichten. Denn auch zwei weitere Expeditionsteams waren in der Region unterwegs: Vier ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Südwestfalen haben drei Tage lang per PKW Regionale-Projekte besucht. Die dritte Gruppe, bestehend aus Wirtschaftsförderern und Studentinnen der Universität Siegen, haben in die Fahrrad-Pedale getreten. „Wir wollten viele unterschiedliche Blickwinkel auf die Region und die Projekte haben. Unser Fazit lautet: Experiment gelungen. Alle Teilnehmer haben ihre eigenen Erfahrungen eingebracht, mal kritische, mal positive“, sagt Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur.
„Wir haben auf jeden Fall neue Einblicke gewonnen“, bestätigt Uwe Freudenberg. Der Wirtschaftsförderer der Stadt Siegen war Teil des Fahrrad-Teams, das ein Wochenende lang im Kreis Soest und im Hochsauerlandkreis unterwegs war. Besonders das Projekt „WissenWasserWandel@meschede.de“ hat sein Interesse geweckt. „Bisher kannte ich Meschede kaum. Aber der heutige Vormittag hat mich neugierig gemacht. Auf die Veränderungen in Meschede dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger freuen“, sagt Freudenberg und meint damit die Freilegung des Flusses Henne und die bessere, attraktivere Verbindung der Innenstadt mit dem Hennesee.
Etwas bequemer als mit dem Fahrrad war das dritte Expeditionsteam unterwegs – zumindest nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten mit dem PKW-Navigationssystem überwunden waren. Die Route führte über Attendorn, Lennestadt, Bad Fredeburg, Bad Berleburg, Bad Laasphe und Siegen. Sieben Regionale-Projekte lagen auf dem Weg. Bei Elke Ackermann aus Lüdenscheid hat besonders das Vorhaben der Stadt Siegen mit dem Titel „Zu neuen Ufern“ einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Ich habe fast vier Jahre lang in Siegen gearbeitet, deshalb ist mir die Siegplatte, die jetzt abgerissen werden soll und die bislang in der Innenstadt noch den Fluss verdeckt, natürlich ein Begriff. Wenn alles wirklich so wird, wie es die Planung vorsieht, wird die Lebensqualität in Siegen enorm steigen. Die Stadt würde dann endlich ihrer Rolle als Oberzentrum und Universitätsstadt gerecht werden.“
Drei Teams, drei Routen, drei ganz unterschiedliche Erkundungstouren durch die Region: In einer Auflage von 3.000 Exemplaren ist das Buch „Südwestfalen-Kompass“ jetzt erschienen, erhältlich ausschließlich über die Südwestfalen Agentur. In Wien sind die ersten Exemplare bereits eingetroffen. Im Rückblick auf die kleine Expeditionsreise sagt Stefan Groh, stellvertretend für seine drei Kommilitonen: „Die Region hat mich beeindruckt. Sie ist abwechslungsreich und spannend. Eines ist sicher: Wir kommen wieder, denn wir möchten wissen, wie sich Südwestfalen und die Regionale-Projekte weiter entwickeln.“
Video (Kamera + Schnitt): Jannik Müller



