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Regio.NRW: Südwestfälische Projekte werden konkret

05.04.2016

Mehrere Millionen Euro kann Südwestfalen schon bald in zukunftsweisende Projekte der Wirtschaftsförderung investieren. Unterstützung erhalten die Projektträger durch den  Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), der durch das NRW-Wirtschaftsministerium über den „Regio.NRW“ Fördergelder für insgesamt fünf südwestfälische Projekte zur Verfügung stellt.

Für zwei von ihnen überreichte Wirtschaftsminister Garrelt Duin am Montag (4. April) in Düsseldorf die entsprechenden Förderbescheide. 

808.000 Euro beträgt das Gesamtvolumen des Projekts „Mittelstand 4.0 Südwestfalen“, das insbesondere kleine und mittlere Unternehmen für das Thema „Industrie 4.0“ sensibilisieren und praxisnah informieren will. 1,2 Millionen Euro stehen für das „Zukunftslabor Einzelhandel Südwestfalen 2020“ zur Verfügung. Hier sollen Einzelhändler gemeinsam an branchenspezifischen und lokalen Lösungen arbeiten, um sich der wachsenden wirtschaftlichen Bedrohung durch den Onlinehandel zu widersetzen.

Projekt Zukunftslabor Einzelhandel 2020: „Multi-Channel-Kompetenz“ entwickeln

Das von der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland koordinierte Projekt setzt an der Erkenntnis an, dass in den kommenden zehn Jahren mit einer Umsatzverdrängung des Online-Einzelhandels gegenüber dem regionalen Einzelhandel in einer Größenordnung von ca. 30 Prozent gerechnet wird. „Im digitalen Zeitalter fällt der Kunde seine Kaufentscheidung meist mehrdimensional. Wahlweise erfolgt die Produkt-Information per Smartphone von unterwegs, am Rechner auf dem Sofa und der anschließende Kauf dann vielleicht doch im Laden oder genau anders herum,“ erläutert Thomas Frye, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik bei der IHK in Arnsberg.  Wer auf Dauer im Einzelhandel überleben wolle, der müsse zumindest im Internet auffindbar sein. Vorrangiges Projektziel sei es deshalb, mit Workshops und Bildungsangeboten die Multi-Channel-Kompetenzen des stationären Einzelhandels zu stärken.  In einem zweiten Schritt sollen dann Sortiments-, Laden- und Servicekonzepte hinterfragt und optimiert werden. Die Händler können dabei auf das Know-How der Uni Siegen, der FH Südwestfalen, der BiTS Iserlohn und der IHKs Arnsberg und Hagen bauen, aber auch 30 Städte und ihre Wirtschaftsförderer werden sich im „Einzelhandelslabor“ engagieren.

Projekt Mittelstand 4.0:  Unternehmen sensibilisieren und informieren


Für Dirk Hackenberg von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) zu Hagen ist die unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ diskutierte Vernetzung der Produktion ein wichtiger Standortfaktor, der gute Chancen bietet, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen am Standort Südwestfalen zu stärken. Mithilfe der Regio.NRW-Förderung und im Verbund mit den regionalen Hochschulen und weiteren Kompetenzträgern sollen eine Reihe von Unterstützungsangeboten geschaffen werden. „Unternehmer sollen das Thema ‚Industrie 4.0’ einordnen können und wissen, wie sie es für sich vorteilhaft nutzen können“, erläutert Dirk Hackenberg das Projektziel. Zum Auftakt  sind zunächst zwei Kongresse in Planung – am 8. Juni in Hagen sowie am 21. September in Meschede. Eingerichtet werden  Foren und eine Unternehmensplattform, die vorhandenes Know-How effizient bündeln und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sensibilisieren und informieren sollen. Außerdem sollen „Quick Checks“ entwickelt werden, die den Unternehmen eine Selbsteinschätzung zum Thema „Industrie 4.0“ ermöglichen. Weiterer Schwerpunkt des Verbundprojektes ist der Wissenstransfer unter anderem aus der Nachbarregion Ostwestfalen-Lippe, deren Spitzencluster „It’s OWL“ als eines der größten und konkretesten Projekte im Kontext der von  „Industrie 4.0“ gilt. „Wir müssen und wollen frühzeitig verhindern, dass sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bildet“, untermauert Hackenberg die Intention, die Vernetzung der Produktion bis in die kleinen Betriebe der Region transparent zu machen. Dass die mittelständischen Unternehmen in Südwestfalen die digitale Vernetzung als Chance für die Unternehmenswicklung sehen, habe die Umfrage der IHKs Arnsberg, Hagen und Siegen bereits im Frühjahr 2015 gezeigt. Die Unternehmer erwarten vor allem eine Erhöhung der Produktivität und bessere Möglichkeiten der Flexibilisierung in der Produktion. Dirk Hackenberg abschließend: „In der Umfrage haben wir hinsichtlich des Themas Industrie 4.0 den Bedarf ermittelt – Jetzt entwickeln wir die Antworten.“ Dazu werden die Projektpartner, die Industrie- und Handelskammern Arnsberg und Hagen sowie die Fachhochschule Südwestfalen und die Hochschule Hamm-Lippstadt eng zusammenarbeiten und Unterstützungsangebote für den Mittelstand auf den Weg bringen.

„Erfolg durch gute Zusammenarbeit in der Region“

„Beides sind gute Projektideen mit klugen Konzepten, die die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und Einzelhändler in Südwestfalen positiv beeinflussen können“, so Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur. „Nur durch die gute Zusammenarbeit zahlreicher Akteure konnten sich die Projekte im vergangenen Jahr bei der Jury durchsetzen – gleiches gilt in den kommenden Monaten, wenn es an die operative Umsetzung geht.“  Sowohl das Mittelstand 4.0-Projekt unter Federführung der SIHK Hagen als auch das „Einzelhandelslabor“, das von der IHK Arnsberg koordiniert wird, sind Verbundprojekte mit einer Vielzahl beteiligter Hochschulen, Unternehmen und Institutionen. „Wir können stolz darauf sein und uns freuen, dass diese ersten beiden Projekte jetzt in die Umsetzungsphase gelangen“, so Winterberg.

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