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Handwerk für Aufschwung gut gerüstet

17.05.2010

Im südwestfälischen Handwerk geht es weiter aufwärts. Foto: Hanspeter-Bolliger_pixelio

„Trotz des außerordentlich langen und strengen Winters zeigen die aktuellen Daten aus der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Südwestfalen erste frühlingshafte Anzeichen für die Handwerkswirtschaft. Von einem echten Aufschwung zu sprechen, erscheint dennoch verfrüht. Alles spricht derzeit jedoch für eine Erholung auf sehr niedrigem Ausgangsniveau“, stellt Hauptgeschäftsführer Ass. Meinolf Niemand mit vorsichtigem Optimismus fest. Im gesamten zurückliegenden Jahr befanden sich viele Betriebe, vor allen Dingen im Zulieferbereich, in schwerem Fahrwasser. „Allerdings startet die Erholung von einem sehr niedrigen Niveau aus und sie ist noch immer sehr labil. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe sind die Produktionskapazitäten noch stark unterausgelastet. Auch die Auftragseingänge signalisieren nur eine zögerliche Erholung.“

Zu verdanken sind die jetzt ermittelten Umfragewerte in Südwestfalen vor allem den positiven Effekten durch die Konjunkturprogramme der Bundesregierung. Positiv auf die Handwerkskonjunktur wirkte sich auch die Erhöhung der steuerlichen Absetzbarkeit von haushaltsnahen Leistungen für private Auftraggeber des Handwerks auf den Auftragsbestand der Unternehmen aus.

Derzeit liegt der Klimaindex für die Geschäftslage, d. i. die Summe der Betriebe, die von einer guten oder befriedigenden Geschäftsentwicklung sprechen, mit 71,9 Prozent der Umfrageteilnehmer um 3 Punkte höher als vor Jahresfrist. Auch lassen die Werte beim Index für die erwartete wirtschaftliche Entwicklung eine Fortsetzung der Erholung der Handwerkskonjunktur in Südwestfalen erwarten.

Mathematisch auf einen Normalwert von 100 Punkten bezogen, liegt das Handwerk mit jetzt 90,5 Punkten allerdings weiter auf der Schattenseite. Doch auch hier bestätigt der Anstieg um 16 Punkte die zunehmende Beruhigung des Konjunkturklimas.

"Die Konjunkturkurve zeigt also wieder deutlich in eine positive Richtung. Dennoch besteht nicht für alle Branchen gleichermaßen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen“, betont Meinolf Niemand. Das südwestfälische Handwerk befindet sich noch weiter auf der negativen Seite des Konjunkturäquators. Ebenso weist das südwestfälische Konjunkturbarometer deutliche regionale Differenzen auf.

Auch 2010 wird ein konjunkturell schwieriges Jahr für das Handwerk. In den vom Export abhängigen Problembranchen gibt es zwar erste Lichtblicke. Allerdings wird das Kraftfahrzeuggewerbe aufgrund stark sinkender Zulassungszahlen deutliche Umsatzverluste hinnehmen müssen, was sich auf den Gesamtumsatz im Handwerk spürbar auswirken wird. Die Umsätze werden mit einem leichten Minus von einem Prozent erneut in den roten Zahlen landen. Die Beschäftigung dürfte gehalten werden.

Zusammenfassend gilt: Nach der stärksten Wirtschaftskrise in der Nachkriegszeit wird 2010 das Jahr der Konsolidierung und des Neustarts. Die Politik muss in dieser Phase die Weichen für ein dauerhaftes Wachstum stellen. Für das Handwerk ist es dabei wichtig, dass Investitionsanreize gesetzt werden und die Binnennachfrage insgesamt gestärkt wird. Denn die Effekte der Stützungsmaßnahmen aus den Konjunkturpaketen werden schon im kommenden Jahr fehlen.

Richtig sind eine Vereinfachung des Steuerrechtes, der Abbau von Bürokratie und die Festlegung von Schritten zur Entlastung bei der Einkommenssteuer, sowie Reformen zur Senkung der Sozialbeiträge. Zudem müssen investive Maßnahmen zur Stärkung des Wachstums Priorität haben.

Den vollständigen Konjunkturbericht finden Sie hier.

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